Heiß und heftig – Bördecup 2026

Author: Andreas Kunze

Börde-Cup Tag 1
Dreipfeilrunde DFBV- Modus

Heiß und heftig – das war der erste Tag.
Wie aus dem Vorjahr zu erwarten, die meisten Ziele hatten es schwer in sich.
Entweder ganz schön weit oder näher, aber dafür sehr trickreich gestellt. Steile Bergab in der Börde? Thomas und sein Team haben es hinbekommen. Dafür war heute das Laufen gar nicht entspannt. Ganz schön hart an der Grenze, was ich mir noch zutraue. Habe aber eine tolle Gruppe (keine Ringzahlhetzer), die mehrfach mit meinen Umwegen einverstanden waren.

Trotzdem es anstrengend vom Schießen und Laufen war – es macht doch Spaß, wenn der Pfeil im wasweißichwieweit gestelltem Tahr einschlägt. Und dann noch im Kill. Da ist es gleichgültig, dass der erste auf dem Rücken aufgesetzt hat und noch gesucht werden muss.
Die meistgebrauchtesten Themen heute bei einer großen Runde von Schützen?
Europameisterschaft, Ungarn und EBHC.

Also ist das hier das Trainingscamp für eine ganze Menge Schützen.
An der Stelle ist es dann auch wieder spannend, wo man selbst im Vergleich zu bestens trainierten Leuten steht.

Morgen die Hunter – weiteste Entfernung 30m. Die Erfahrung sagt, dass das nicht leichter als heute wird. Auch bei „nur“ 30 m ist der Pfeil fix mal nicht im Tier.
Bin gespannt.

Börde-Cup Tag 2 – Hunterrunde

Warum erst jetzt Wochen nach dem Turniertag?

Weil es eine üble Meckerei und kein Bericht geworden wäre. Manchmal hilft Abstand doch.
An zwei Dingen muss ich festhalten: Zum einen es war ganz schön hart.

Bisher war mir Heavy Hunter als Schaft bekannt. Seit diesem Jahr weiß ich, dass man auch Turniertage danach benennen kann.
Die großen Ziele waren näher als am Vortag. Schon mal gut. Nicht so toll: der Pfeil ging bei diesen „sicheren“ Scheunentoren mehrfach in schönster Killrichtung knapp drüber.
Frust…

Auch ganz schön zum tief durchatmen: kleinere oder kleine Ziele auf Max stehen gelassen oder gestellt. Eine Hunter in der LM TBSV hätte hier glatt noch ein Vorbild gehabt.
Frust…

Als Präzisionsrunde angesagt und ausgeschrieben – es wurde ein Körperkampf. Mitnehmen was geht, Kills feiern wie einen Spot-Treffer, das war nach kurzer Zeit unser Gruppenziel. Spot und Innenkill? Ein anderes Mal, nicht heute.

Etwas doof, aber beruhigend: an den Pflöcken in Sicht- und Hörweite lief es nicht besser. Wenige Plopps, ziemlich oft Scheppern und Stöhnen.

28 Ziele dieser Güte stellen die Nerven schon mal auf eine mittelschwere Probe.
Tatsächlich war es der berühmt-berüchtigte letzte Pfeil, der an dem Tag das Gruppenranking entschieden hat. Ein Zähler vor Sebastian. Er hat es mit Fassung ertragen.
Dabei hat sich zum Ende herausgestellt, dass die meisten Schützen an diesem Tag die 100er Marke nicht geknackt haben.

Zum Zweiten muss ich an dem alten Satz festhalten: Schreib an ein Turnier nur ran, was auch drin ist!

An der Basis war die Stimmung derer, die in Ungarn an der Euro teilnehmen wollen, ganz bestimmt nicht super. Eine Runde nach den internationalen Regeln findet sich in mitteldeutschen Gefilden nicht so oft. Dementsprechend frustriert waren die zukünftigen Reisegruppen gen Ungarn. Für sie war ein seltenes WK-Training verpatzt.
Denn wenn die Runde auch konform zur AAE-Regel gestellt gewesen ist: die Voraussetzungen einer Präzessionsrunde waren, gutwillig bezeichnet, sehr gering.
Na ja, zu einem war dieser Tag sehr wohl sehr gut.
Es gab ganz schön Denkanschub.
Und vielleicht doch noch ein Happy- End?
Am Ende Platz sechs in meiner Bogenklasse, zwei Zähler hinter der Fünf.
Das ist eigentlich dass, was ich nach aktuellem Stand von mir erwarten darf. Mehr nicht. Und damit doch noch alles gut.

{Nachtrag zum Börde- Cup}

Das mit dem Denkanstoß war ernst gemeint. Es hat mich im Nachgang schon beschäftigt, warum ich von dieser Hunter so angefressen war.
Wenn du weißt, dass man elf Miss auch erstmal schaffen muss – das macht nicht glücklich. Und weite Entfernungen in einer Hunter ebenfalls nicht. Oder sind es doch die erwarteten und ausgebliebenen Treffer? Damit natürlich die geringe Ringzahl verbunden.
Ich glaube schon. Denn das Bogenschießen als Sport ist ja in den bald 30 Jahren, in denen ich es kenne, nicht stehen geblieben.
Die Ringzahlen sind extrem nach oben gewandert. Die Bogentechnik ist mit damals nicht mehr wirklich vergleichbar. Die Weiten sind geklettert. Aber die Umstände haben sich doch vereinfacht.
Meist hindernisfreie Flugbahnen zum Ziel, natürliche Pfeilfänge oder Bachstopps, gesicherte oder gemähte Wege von Pflock zu Pflock usw.
Ist nichts Schlechtes dabei oder daran. Aber es wird, meiner Meinung nach, einem Scheibenschießen im Gelände dadurch immer ähnlicher.
Auch auf die Gefahr hin, wieder einen von gestern zu erzählen: den Mut, den es manchem abverlangt auf einen liegenden schwarzen Panther im Schatten einer gewaltigen Brombeerhecke zu schießen – den vermisse ich heute schon.
Bei einem Tier mit Backstopp und ohne Knobelei, ob die Flugbahn unter oder über dem Zweig im Weg richtig ist, da brauche ich keinen Mut zum Risiko. Dort brauche ich die saubere Schusstechnik und das Gefühl für die Entfernung.
Bei den „nicht machbaren“ Zielen aus der Vergangenheit war natürlich das Jubeln und Abfeiern sehr groß, wenn es doch jemand geschafft hat. Noch viel mehr, wenn ein Kill dabei raus kam.
Und was hat das Ganze nun mit der Heavy Hunter vom Börde-Cup zu tun?
Vielleicht mal, wenn es nach den heutigen Maßstäben nicht so läuft, so einen Tag schön gepflegt gerade sein lassen und die unmöglich gehaltenen Treffer abfeiern. Nicht nur zählen.
Denn die wollen ja auch erstmal geschossen sein. Back to the roots sozusagen.

Könnte auch glatt die eigene Laune verbessern und den Spaß an der Sache am Leben erhalten.

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